Lauf-Veranstaltungen

Berlin-Marathon und was ich gelernt habe

Der Berlin-Marathon ist schon etwas sehr Besonderes. Dieser Lauf ist definitiv im Rang von New York, London oder Tokio und es ist ein unvergessliches Erlebnis.

Wie jedes Jahr waren auch in 2017 waren soviel Läufer angemeldet, dass das Los entscheiden musste.

Ich hatte Glück und gewann einen Platz.

Das passte mir hervorragend.

Als ein Teil meiner Vorbereitungen für den Kilimanjaro-Marathon am 04.03.2017 im Rahmen des Projektes #kmforafrica war dieser Marathon wie geschaffen. Er markiert ungefähr die Hälfte bei meiner Vorbereitung bzw. in meinem Projekt.

Ich habe am 01.05. angefangen und wollte bis zum Kilimanjaro-Marathon mindestens 2500 km gelaufen haben. Mit dieser Anzahl der Kilometer sollte ich gut für den schwierigen Marathon in Tansania vorbereitet sein.

Der Berlin-Marathon wurde in diesem Jahr am 24.09. veranstaltet. Ich lief vom 01.05. bis zum Marathon etwa 810 km im Training.

Der Berlin-Marathon sollte mir zeigen, ob es gut und genug war.

Ich hatte Glück und durfte sehr nah am Startbereich, am Potsdamer Platz, übernachten. Die Entfernung zum Startbereich war in einigen Minuten zu Fuß erreicht, also konnte ich kurz vor dem Start losgehen.

Fast 44.000 Läufer starteten in 3 Wellen. Meine war die 3.

Als ich am Startbereich angekommen war und den Pace-Maker 4:30 gesehen hatte, entschied ich mich, ihm solange es geht zu folgen.

So tat ich es auch. Die ersten 15 km vergingen wie im Flug, ich merkte sie gar nicht. Ich lief konstant und immer schön hinter dem Pace-Maker. Dann passierte aber etwas, das mich aus dem Konzept gebracht hat.

Der Pace-Maker lief plötzliche eine Kurve und verschwand im Gebüsch am Straßenrand. Er musste zur Toilette und ich musste allein weiterlaufen.

Bis zum 20. km ging es auch gut aber dann wurde es sehr schwer und ich verlor immer mehr an Geschwindigkeit.

Jetzt steuerte ich schon jede Verpflegungsstelle an und konsumiere alles was es dort gab. Ich vernichtete auch 2 Gels und trank unzählige Liter Wasser.

Je voller ich war, umso schwere war es für mich zu laufen.

Irgendwie schleppte ich mich bis ins Ziel und endete den Lauf bei einer Zeit von 5:07.

Und was hat mich der Lauf gelehrt?

  • meine Trainingsläufe waren nur bedingt gut. In den letzten 4-5 Wochen lief ich in jedem Training 12-17 km. Deshalb waren die ersten 20 km für mich sehr einfach. Ich habe nur 2 Trainingsläufe um die 30 km gehabt. Das ist eindeutig viel zu wenig. Ich brauche mehr Trainingsläufe um 20-25 km pro Training und mehr Langläufe mit mindestens 35 km pro Lauf.
  • Geplant war mein Gewicht um etwa 7-10 kg zu reduzieren. Stattdessen hatte ich sogar zugenommen. 2 Wochen vor dem Marathon hatte ich fast 105 kg. Das ist viel zu viel und damit läuft es sich sehr schwer. Ich muss bis auf 90 kg oder sogar etwas darunter abnehmen.
  • Ich schwitze sehr viel und seit dem Marathon in Singapur habe ich Angst vor Dehydration. Ich trinke deshalb sehr viel und kann dann schwerer Laufen. Ich muss lernen, das Trinken besser zu organisieren. Vor allem muss ich weniger Verpflegungsstellen ansteuern.
  • Meine Unterkörper- und Rückenmuskulatur taten während des Laufes weh. Um das zu vermeiden muss ich mehr Krafttraining machen.

Der Berlin-Marathon, hat mir ganz eindeutig die Schwächen meines Trainings gezeigt, dafür bin ich dankbar. Der Lauf hat mir aber auch eine Wahnsinns-Erinnerung beschert und die bleibt, unabhängig davon wie mein nächster Lauf wird.