Lauf-Veranstaltungen

Chicago Marathon 2018

Da wo die Route 66 anfängt, wo die Blues Brothers herkommen, wo sich ein Kirchen-Wolkenkratzer befindet und wo Al Capone geherrscht hat zu laufen ist schon etwas Besonderes.

Nicht umsonst gehört der Chicago Marathon zu den 6 Abbott World Marathon Majors. Allein das ist ein Qualitätssiegel. Und das kann ich nur bestätigen.

Die Organisation war makellos. Es lief alles wie geschmiert.

Man erreichte den Startbereich über mehrere Eingänge. Je nachdem in welcher Welle man startete, benutzte man einen anderen Eingang. Bereits dadurch wurde der Lauf in „kleinere“ Einheiten zerschlagen und dadurch wesentlich einfacher zu managen. Auch die Wartezeiten waren nicht so lang.

Ich kam ziemlich spät und trotzdem gingen die Eingangskotrollen recht zügig. In etwa 20 Minuten war ich durch. Die Abgabe der Kleiderbeutel war ebenfalls sehr schnell erledigt. Es gab gar keine Wartezeit. Auch hier hatte man einfach sehr viele Abgabestellen abhängig von der Startnummer eingerichtet. Wenn man aber vor dem Start noch zur Toilette wollte, musste man mit längerer Wartezeit rechnen.

Was mich hier aber sehr angenehmen überrascht hat waren die Desinfektionsmittel, die vor den Toiletten aufgestellt waren. Das habe ich noch bei keinem Lauf gesehen.

Die Start-Corals schlossen 20 Minuten vor dem Lauf. Insgesamt habe ich etwa 30 Minuten im Coral warten müssen.

Wie bei anderen großen Marathons empfiehlt sich auch hier, ein altes Sweatshirt, dass man dort lässt, überzuziehen.

Der Lauf startete pünktlich auf die Minute und dann ging es los durch die Skyline von Chicago.

Alleine diese Augenblicke sind unvergesslich.

Egal ob China-Town, Old City oder eine der anderen vielen Stadtteile, die man durchläuft – dieser Marathon ist eine gewaltige Sightseeing-Tour. Besser kann man eine Stadt bestimmt nicht kennenlernen. Mich störten dabei auch die Kälte, der Wind und der Regen überhaupt nicht.

Aber das allerbeste an diesem Marathon waren die Zuschauer. Es gab buchstäblich keinen Meter auf dem es keine Zuschauer gab. Und die wussten wirklich wie man Läufer anfeuert.

Um diese Atmosphäre auch richtig zu genießen, bin ich komplett ohne eigene Musik gelaufen.

Neben den zahlreichen Zuschauern waren an der Strecke auch sehr viele Polizisten und Soldaten, so dass man sich die ganze Zeit über sehr sicher gefühlt hat. Erstaunlich war, dass viele Läufer zu den Polizisten und Soldaten liefen, um sich zu bedanken, dass sie auf sie aufpassten. Das fand ich richtig toll, denn die Jungs haben einen richtig guten Job gemacht!

Ich wollte 4:45 erreichen, habe aber mit 4:57 den Lauf beendet.

Sehr zufrieden und um eine Wahnsinnserfahrung reicher beendete ich meinen 3. Abbott World Major Marathon.

Am Tag danach wartete noch eine Überraschung auf mich. Die gesamte Innenstadt von Chicago war überflutet von Menschen, die ihre Teilnehmer-Medaillen um den Hals trugen. Andere wiederum trugen nur die offiziellen, blauen Chicago Marathon T-Shirts und viele trugen sogar beides.

Alle diese Menschen waren der Stadt verbunden und richtig stolz darauf, ihren Marathon erfolgreich beendet zu haben. Und sie haben wirklich allen Grund dazu.

Bei mir ist als nächstes Tokio dran. Dort laufe ich als Charity-Runner. Hier könnt ihr mehr darüber lesen: Tokio-Marathon