Lauf-Veranstaltungen

Ein Lauf gegen Rechts

St. Pauli gehört zu Hamburg wie schwarz zu weiß, wie gut zu böse und wie schön zu hässlich. So ist der erste Eindruck, den man von St. Pauli bekommt: gefährlich, rebellisch, bunt, tätowiert.

Wenn man aber Hamburg ganz offen begegnet, so stellt man fest, dass St. Pauli sehr gut durch Piraten und Rabauken repräsentiert wird – aber keinesfalls böse ist.

Ganz im Gegenteil. St. Pauli steht für Freiheit, Lebensfreude, Gleichheit und Toleranz. Es erkennt und ehrt das wahre Wesen eines Menschen, egal wie seine sexuelle Neigung, Hautfarbe oder Religion ist.

Und genau unter diesem Motto veranstaltet die Marathon-Abteilung des Sportvereins St. Pauli ein Mal pro Jahr einen Lauf, der Zeichen setzen sollte: „St. Pauli Lauf gegen Rechts“.  Auch in diesem Jahr am 27.05. ging es links herum um die Alster, um gegen Rechts ein Zeichen zu setzen. Und mehr als 3500 Menschen taten es. Ohne Schnick-Schnack, ohne teure Organisation. Mit einer Startlinie, die mit Kreide auf dem Boden gezogen und mit dem Wort „Start“ beschriftet wurde, mit Rap-Musik aus der Hamburger-Szene und selbstgemachten Kuchen, die gegen eine Spende verkauft wurden.

Genau so wie St. Pauli tickt, so tickte auch der Lauf; es war egal, ob du liefst oder gingst, ob du langsam oder schnell warst, ob du die gesamte Länge von 7,4 km um die Außen-Alster oder nur eine Teilstrecke schafftest. Wir waren alle ein Teil eines großen Ganzen, mit einem großen Sportler-Herz und mit St. Pauli darin.

Laufen konnte man übrigens auch in dem „Fight Fascism“ T-Shirt – das St. Pauli Marathon produzieren ließ – in diesem Jahr in grau.

Vermisst habe ich nur eine Medaille am Ziel. Zur Erinnerung – egal wie groß oder klein, schön oder hässlich.

Eine Belohnung erhielt man aber trotzdem.

Belohnt wurden wir alle mit super Sommerwetter, Urlaubsfeeling und Freude dabei zu sein und gemeinsam zu zeigen, was richtig und was falsch ist auf dieser Welt.

Und sollte sich einer der Spaziergänger oder Jogger durch die Massen von so vielen Läufern gegen Rechts gestört gefühlt haben, dem oder der kann man nur sagen: macht einfach mit. Vielleicht laufen dann bald alle „Links um die Alster gegen Rechts“.