Allgemein

Krka Halbmarathon – ein Lauf im wunderschönen Kroatien

Nicht weil es das Land ist, aus dem ich ursprünglich stamme, es ist wirklich ein sehr schönes Land. Besonders wenn man die Natur betrachtet ist es einmalig. So ist es auch kein Wunder, dass „Winnetou“ von Karl May nicht etwa im wilden Westen der USA sondern in Kroatien gedreht wurde.

Genau solche Erwartungen hatte ich an den Krka Halbmarathon. Es ist ein Lauf durch den National-Park Krka, den ich schon öfter besucht habe. Um so mehr habe ich mich auf wunderschöne Wasserfälle, türkis- grünes Wasser des Flusses Krka und die tiefen Schluchten des Parks gefreut.

Es kam leider nicht dazu, diesens Schauspiel der Natur zu genießen. Die Strecke wurde leider so gewählt, dass man nur zum Schluss an einem kleinen Wasserfall vorbei sowie in der Schlucht des Flusses läuft. Alle anderen Teile der Strecke führten durch kleine kroatische Dörfer sowie Macchie-Felder. Schon interessant, aber nicht spektakulär.

Außerdem entstand durch diese Streckenführung sowie den zu 100% Asphalt-Untergrund kein Abenteuergefühl eines Trail-Laufes.

Der Lauf ist zwar ziemlich bergig, er ist aber so definitiv kein Traillauf.

Viele Auf und Abs machen den Lauf schon etwas anspruchsvoller und die letzte Steigung in der Schlucht von Krka ist ein echter Leckerbissen. Da haben sich die Organisatoren eine gute Idee überlegt und erklärten es zu einem Wettbewerb wer am schnellsten bis nach ganz oben schafft.

Es gab aber leider auch einige Schwächen bei der Organisation. Einige waren meiner Meinung nach so gravierend, dass sie ein absolutes no-go darstellen:

Ein entgegenkommender LKW sofort am Anfang der Strecke

Sofort nach dem Start kam uns ein großer LKW entgegen. Zum Glück hielt er an, als er die Menge der Läufer sah und wartete, bis sie vorbei waren. Obwohl er angehalten hatte verursachte er ein anderes Problem. An der Stelle, wo er war, wurde der Weg sehr eng und es bildete sich ein gefährlicher Stau.

Entgegenkommende PKWs

In den Dörfern, die man passierte, sperrten die Polizisten die Zufahrtsstrassen. Das sollte den Gegenverkehr verhindern. Leider wurde es nicht konsequent durchgezogen und einige PKWs kamen uns entgegen.

Die Ablage der Kleiderbeutel

Die Kleiderbeutel sollten in den dafür vorgesehenen Tüten mit entsprechenden Nummer-Markierungen im Bus abgestellt werden. Es waren die Busse, die uns zum Start gebracht hatten. Sie sollten mit unseren Sachen zum Ziel fahren und man hätte dort seine Sachen bekommen.

Entgegen meiner Erwartung blieben die Beutel in den Bussen, mit denen  man gefahren war. Das setzte voraus, dass man sich gemerkt hatte, mit welchem Bus man zum Start gefahren war. Ich habe es mir nicht gemerkt und musste am Ziel 6 Busse durchforsten, bis ich meinen Kleiderbeutel gefunden hatte. Der Zugang zu den Bussen, um den Kleiderbeutel zu nehmen, war UNKONTROLLIERT! Ich hätte viele Kleiderbeutel mit Schlüsseln, Portemonnaies und anderen Wertsachen ohne Probleme mit aus dem Bus nehmen können. Ich hätte erwartet, dass die Organisation alle Kleiderbeutel aus den Bussen genommen, an einer Stelle abgelegt und dann kontrolliert an die passenden Nummer-Träger ausgegeben hätte.

Entgegen kommende „Spaziergänger“ im Zielbereich

Kurz bevor man das Ziel erreichte kamen einem sehr viele „Spaziergänger“ entgegen. Zum Teil waren es Läufer, die das Rennen  bereits beendet hatten, zum Teil war es Publikum und zum Teil die Volontäre. Man musste kurz vor dem Ziel seine Geschwindigkeit stark drosseln um nicht mit jemandenm zusammenzustoßen. Die Organisatoren  hatten sich anscheinend keine Gedanken darüber gemacht wie sie den Zieleinlauf absperren und wie sie die Läufer aus dem Zielbereich sicher auf eine andere Seite leiten konnten.

Neben diesen Mängeln, die aus meiner Sicht sehr gefährlich werden können, gab es auch einige Sachen, die ich gerne gehabt hätte.

Markierungen vor dem Ziel

Ab der Markierung 20 km gab es keine weitere Markierungen. Wenn man nicht ortskundig ist, erkennt man nicht wirklich wo das Ziel ist. Weitere Markierungen vor dem Ziel wären schöner gewesen.

Verpflegung im Ziel

Im Ziel gab es nur Wasser und Bananen-Hälften. Es wäre schön auch dort z.B. ISO-Getränk, Riegel u.ä. zu erhalten.

Die Idee der römischen Legion

Die Idee den Lauf unter dem Motto „Römische Legion“ zu setzen ist wirklich gut. So war das Ziel mitten in Burnum, der archälogischen Ausgrabung einer Stadt der römischen Legion. Passend dazu gab es am Ziel eine Medaille aus Stein und wie römische Soldaten bekleidete Helfer sowie einen Trommler. Ich habe aber die angekündigten römischen Spiele vermisst. Die 2 Soldaten standen nur da und der Trommler war auch nicht zu hören. Im Hintergrund liefen die Ansagen bzw. die Musik der Organisation.

So eine gute Idee hätte man viel mehr ausreizen können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Lauf in Ordnung war, dass man aber bei der Organisation  noch einiges verbessern muss. Da dies aber erst der 2. Lauf war, denke ich, dass sich das in den kommenden Jahren verbessern wird.

Auf jeden Fall ist es ein Lauf mit einem großen Potential.