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Mit dem Laufen die eigene Männlichkeit zeigen

Es gibt ein gewisses Alter im Leben eines Mannes, in dem er seine Männlichkeit noch einmal so richtig zur Schau stellen „muss“. Sozusagen das letzte Mal bevor das Alter seinen Tribut fordert.

Ein teures Auto und eine junge Freundin sind nur bei manchen Männern und nur bedingt eine befriedigende Lösung.

Viel besser sind die sportlichen Leistungen.

Große Bizeps, ein Sixpack oder ein knackiger Po sind nur einige Merkmale, die sofort die richtige Männlichkeit zeigen.

Das leckere Essen und andere Genüsse des Lebens machen es aber sehr schwer diese Merkmale zu erreichen.

Etwas Einfacheres muss her.

Laufen scheint da gut.

Ok, man kann nicht mehr so schnell laufen. Damit sind die ersten Plätze weg. Um ehrlich zu sein: die ersten 100 Plätze sind kaum erreichbar.

Gut, man kann die Läufe nicht mehr gewinnen, dafür könnte man seine Männlichkeit über die Dauer der Läufe definieren. Nach dem Motto „Ich kann nicht schnell, dafür aber sehr lange“.

Aus dem „sehr lange“ werden ganz schnell einige Kilometer. Wenn man Glück hat kriegt man gerade einen Marathon hin. Allerdings innerhalb von 5 Stunden.

Damit geht der Männlichkeitsbeweis schief, denn es ist nicht schnell und Ultra-Lang ist es auch nicht.

Ok, die letzte Chance, die man hat, ist ein Experte zu werden.

„Ich kann nicht schnell, ich kann nicht Ultra-lange – dafür bin ich aber ein Lauf-Experte.“

Somit lernt man alles über Laufschuhe, Dämpfung, Anatomie, Ernährung, Trainingstheorie usw.

Man hantiert täglich mit den Begriffen wie VO2max, Laktatmessung, Leistungsdiagnostik, Fartlek, Tapering, Superkompensation, Aerobe Schwelle, Vorfußlauf, Grundlagenausdauer, Pronation usw. als ob es  die eigene Muttersprache wäre.

Man beantwortet jede Frage in einer Facebook-Gruppe. Und meistens fängt man so an: „Ich habe selten so was dämliches gehört …..“, dann kommt die fachliche Aufklärung.

Baaammmmm, die Männlichkeit wurde gezeigt.

Der andere ist niedergeredet!

Egal ob er etwas von VO2max, Laktatmessung, Leistungsdiagnostik, Fartlek, Tapering, Superkompensation, Aerobe Schwelle, Vorfußlauf, Grundlagenausdauer oder Pronation versteht.

Man entfernt sich wie ein Silberrücken vom Tatort.

Man kommt aber sicherlich bald wieder.